Manchmal reicht ein Schritt zu viel
- Melanie Becker
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt diese Momente, in denen man merkt: Jetzt ist es genug.
Nicht laut .
Nicht plötzlich.
Sondern ganz still.
Die letzten Wochen des Jahres 2025 haben mir genau das gezeigt.
Ich bin Einzelkind.
Und wenn mit meiner Mama etwas ist, dann gibt es kein Weiterreichen.
Dann bin ich da.
Ende Oktober stand ihre Knieoperation an. Was zunächst überschaubar wirkte, wurde schnell zu einer Zeit voller Organisation, Fahrten, Telefonate und Warten.
Die Kinderbetreuung, die ich mittwochs und donnerstags von meiner Mama hatte, fiel plötzlich weg. Der Alltag lief weiter – nur dichter, enger, fordernder.
Kaum war sie nach der Reha der ersten Operation wieder zuhause, kam der nächste Einschnitt.
Eine Venenthrombose.
Bakterien im ganzen Körper.
Eine Protheseninfektion.
Und Schmerzen, die keinen Raum ließen.
Noch eine Operation.
Wieder Krankenhaus.
Wieder dieses Pendeln zwischen Familie, Klinik und Alltag.
Und all das mitten in der Zeit rund um Weihnachten und Neujahr.
Ich bin Fotografin.
Und Mama von drei Kindern.
Der Alltag hört nicht auf, wenn es schwierig wird.
Aber ich habe gemerkt:
Ich schon.
Nicht ganz.
Aber stückweise.
Ich kam an meine Grenzen und musste tageweise die Notbremse ziehen.
Termine absagen.
Tempo rausnehmen.
Still werden.
Nicht aus Schwäche.
Sondern weil es nötig war.
Ich bin Ehefrau.
Und es gibt Tage, da merke ich ganz deutlich,
dass ich ohne meinen Mann wirklich aufgeschmissen wäre.
Nicht, weil ich es nicht allein könnte.
Sondern weil vieles leichter wird,
wenn man nicht alles allein tragen muss.
Danke, dass es dich gibt.
Zum Glück ist meine Mama inzwischen wieder zuhause.
Die Therapie geht weiter, die Heilung braucht Zeit –mehr als gedacht.
Aber es geht voran.
Parallel beginnt gerade die Eingewöhnung unseres Kleinsten im Kindergarten.
Ein neuer Abschnitt. Mit dem leisen Gefühl, dass da wieder Raum entsteht.
Raum für Ideen.
Für meine Arbeit.
Für die Träume, die neben Familie und Alltag in mir wohnen.
Sie waren nie weg.
Sie haben nur gewartet.
Ein paar Worte an dich
Bist du gerade auch in so einer Phase, in der alles gleichzeitig passiert und du merkst:
So geht es nicht weiter?
Dann erlaube dir, die Notbremse zu ziehen
Hol dir Hilfe bei Freunden.
Nimm dir bewusst kleine Auszeiten.
Und iss ruhig ein Stück mehr Schokolade. 🍫
Man muss nicht alles auf einmal schaffen.
Manchmal reicht es, rechtzeitig stehen zu bleiben.
Macht’s euch fein.
Von Herzen Melie 🤍



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